Quaderballen pressen kostet 2026 im DACH-Raum meist 8 bis 20 Euro je Ballen. Maschinenringe im Norden rechnen je Laufmeter ab — umgerechnet 8,40 bis 10,80 Euro je 2,40-Meter-Ballen Stroh. Im Alpenvorland stehen 15,50 bis 19,50 Euro im Satzheft, dort samt Mehrwertsteuer, Diesel und Fahrer. Silage-Quader liegen bei 12 bis 19 Euro je Ballen.
Die Spanne wirkt riesig. Sie erklärt sich aber fast vollständig aus vier Stellschrauben: Kanalmaß, Messerzahl, Erntegut und der Frage, was im Satz überhaupt drinsteckt. Wer die vier kennt, kann jeden Satz aus jedem Heft vergleichen — und den eigenen Preis sauber begründen.
Was kostet Quaderballen pressen 2026 je Ballen?
Der Quaderballen ist im Lohnbetrieb das Standard-Format. Nach dem Trend-Report von LU-Web und dem Bundesverband Lohnunternehmen (Erhebung 2019) machen Quaderballen 65 Prozent aller Ballen der befragten Lohnunternehmer aus. Abgerechnet wird fast überall je Ballen. Die Marktspanne lag damals bei 8 bis 20 Euro je Ballen — die Tendenz ist seither steigend.
Zwei aktuelle Maschinenring-Hefte zeigen, wie sich diese Spanne regional verteilt:
| Region | Satz Stroh/Heu | Basis |
|---|---|---|
| MR Emsland (Nord-DE, ab 2025) | 3,50–4,50 € je Laufmeter ≈ 8,40–10,80 € je 2,40-m-Ballen | Richtsatz, Steuer-Status im Heft nicht ausgewiesen |
| MR Traunstein (Oberbayern, 2025) | 15,50–19,50 € je Ballen (70/120/240) | inkl. MwSt, Diesel 1,60 €/l, Schlepper und Fahrer |
Die Spreizung ist kein Druckfehler. Im Emsländer Satz steckt weder ausgewiesene Steuer noch zwingend die komplette Kette. Der Traunsteiner Satz ist dagegen ein Komplettpreis: Presse, Schlepper, Fahrer, Diesel mit 1,60 Euro je Liter — alles drin, Mehrwertsteuer auch. Wer beide Zahlen nebeneinanderlegt, ohne das zu wissen, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Als historische Untergrenze: In Foren wurden 2009 bis 2011 Sätze von 7,50 bis 10 Euro je Strohballen genannt. Das ist 15 Jahre her. Wer heute mit solchen Zahlen kalkuliert, presst unter Selbstkosten.
Einen Überblick über weitere Sätze quer durch alle Arbeiten gibt der Artikel Maschinenring-Verrechnungssätze 2026.
Warum rechnen manche Maschinenringe je Laufmeter ab — und wie wird daraus ein Stückpreis?
Der Maschinenring Emsland rechnet Quaderballen je laufendem Meter ab. Das ist auf den ersten Blick sperrig, auf den zweiten fair: Die Ballenlänge ist an der Presse frei einstellbar. Ein Satz je Ballen würde kurze Ballen bestrafen und lange belohnen. Der Laufmeter-Satz macht den Preis von der eingestellten Länge unabhängig.
Die Umrechnung ist eine Zeile:
Stückpreis = Satz je Laufmeter × Ballenlänge in Metern
Mit den Emsländer Sätzen ab 2025 (Position 424):
- Kanal 1,20 × 0,80 m oder 1,20 × 0,70 m: 3,50 bis 4,00 € je Laufmeter → bei 2,40 m Ballenlänge 8,40 bis 9,60 € je Ballen
- Kanal 1,20 × 0,90 m: 4,00 bis 4,50 € je Laufmeter → bei 2,40 m 9,60 bis 10,80 € je Ballen
Der Sprung vom 70er- oder 80er-Kanal auf den 90er kostet also rund 0,50 Euro je Laufmeter. Das ist logisch: Mehr Kanalhöhe heißt mehr Masse je Meter, mehr Kraftbedarf, größere Presse.
Für die eigene Preisliste heißt das: Wer je Ballen anbietet, sollte die Ballenlänge in die Position schreiben. Ein Satz von 9 Euro je Ballen ist bei 2,40 Metern ein anderes Geschäft als bei 1,80 Metern — knapp ein Drittel Unterschied in der gepressten Menge.
Was kostet der Schnitt — und wie treibt die Messerzahl den Preis?
Das Schneidwerk ist der größte einzelne Preistreiber am Quaderballen. Nach dem LU-Web-Trend-Report pressen 66 Prozent der Lohnunternehmer mit Schneidwerk, 19 Prozent haben einen Vorbauhäcksler, 12 Prozent eine Wiegeeinrichtung.
Der Maschinenring Traunstein staffelt seinen Strohballen-Satz (70/120/240) direkt nach Messerzahl:
- 10 bis 12 Messer: 15,50 € je Ballen
- 25 Messer: 17,50 € je Ballen
- 50 Messer: 19,50 € je Ballen
- gemulcht: 21,00 € je Ballen
Jede Messer-Stufe kostet den Kunden also rund 2 Euro mehr je Ballen. Das deckt Verschleiß, Kraftbedarf und Rüstzeit ab — 50 Messer schleifen sich nicht von allein.
Der Maschinenring Emsland löst es als Zuschlag: je nach Messerzahl 0,50 bis 3,00 Euro je Ballen auf den Grundsatz. Ein Vorbauhäcksler schlägt dort mit 3,50 bis 4,00 Euro je Ballen zusätzlich zu Buche.
Für die eigene Kalkulation: Den Schnitt nie im Grundpreis verstecken. Wer kurz geschnittenes Stroh für die Einstreu will, soll die Stufe sehen und bewusst bestellen. Das macht den Mehrpreis erklärbar — und die Preisliste vergleichbar.
Was kostet Garn je Ballen — und warum kein Netz?
Quaderballen werden mit Garn gebunden, nicht mit Netz. Die Doppelknoter der Großpackenpresse verknoten je Ballen sechs Garnstränge. Netz und Mantelfolie sind ein Rundballen-Thema — wer Foliendetails sucht, findet sie im Artikel Rundballen wickeln: Kosten je Ballen.
Die Garnkosten lassen sich sauber herleiten:
- Verbrauch: Die TLL Thüringen nennt als Verfahrenswert 0,4 kg Garn je Quaderballen (1,2 × 0,9 × 2,2 m). Wer über die Geometrie rechnet — zweimal Länge plus zweimal Höhe, mal sechs Knoter — landet bei rund 40 Metern Garn, also etwa 0,3 kg beim üblichen Pressengarn.
- Preis: Quaderballen-Pressengarn mit 130 m je Kilogramm kostet aktuell 84,56 Euro je 20-kg-Set, also 4,23 Euro je Kilogramm (dm-folien, Stand Juli 2026).
- Ergebnis: 0,4 kg × 4,23 €/kg ≈ 1,70 Euro je Ballen. Über die Geometrie-Rechnung sind es rund 1,30 Euro. Als Kalkulationsspanne taugen 1,30 bis 1,80 Euro je Ballen.
Das Garn gehört als eigene Materialposition auf den Lieferschein. Bei 2.000 Ballen je Saison sind das 2.600 bis 3.600 Euro — zu viel, um es stillschweigend im Pressensatz zu verstecken, wenn der Garnpreis steigt.
Zur TLL-Quelle noch ein Hinweis: Die Verfahrenswerte wie Garnverbrauch und Pressdichte (rund 140 kg je Kubikmeter Stroh) sind belastbar. Die Euro-Werte in dem Heft stammen aus 2007 und taugen nicht mehr zur Kalkulation.
Was kommt bei Silage-Quadern obendrauf?
Silage verändert drei Dinge: den Ballen, die Maschine und den Preis.
Der Maschinenring Traunstein führt Silage- und Gärheu-Quader im kürzeren Format 70/120/160 mit 12,00 bis 14,50 Euro je Ballen, dazu kommt bei kleinen Mengen ein Zuschlag. Der Maschinenring Emsland setzt für Großpackensilage 13 bis 19 Euro je Ballen an. Das nasse, schwere Gut bremst die Presse und erhöht den Verschleiß — deshalb liegt der Satz trotz kürzerem Ballen über dem Strohsatz je Laufmeter.
Wer die Silage-Quader anschließend wickelt: Der Traunsteiner Satz für den Ballenwickler liegt bei 12,00 Euro je Quaderballen samt Folie. Damit kostet der fertige, gewickelte Silage-Quader in Oberbayern rund 24 bis 27 Euro. Details zu Folie und Lagenzahl stehen im Wickel-Artikel — sie gelten beim Quader sinngemäß.
Quaderballen oder Rundballen — was ist je Tonne günstiger?
Die LWK Niedersachsen hat es mit ihrem Strohpreis-Rechner durchkalkuliert (Stand Juni 2025, Weizenstroh, 42 dt je Hektar, Vollkosten):
- Quaderballen pressen: 235,15 € je Hektar = 5,60 € je Dezitonne — beim 400-kg-Ballen rund 22,40 Euro je Ballen Vollkosten
- Rundballen pressen: 5,83 € je Dezitonne
Je Tonne nehmen sich beide Verfahren also wenig. Der Quader gewinnt beim Handling: 400 kg je Ballen statt rund 250 kg heißt weniger Ballen je Hektar, weniger Ladespiele, stabilere Stapel im Lager.
Wichtig beim Zitieren dieser Zahlen: Die LWK rechnet die Kette weiter. Mit 50 Kilometern Transport kommen 7,24 € je Dezitonne dazu, mit sechs Monaten Lagerung weitere 10,39 €. Ein Ballen, der ab Lager rund 41 Euro kostet, wurde also nicht für 41 Euro gepresst — wer solche Zahlen als Presspreis verkauft, redet den eigenen Satz kaputt. Der Strohpreis ab Hof lag in Niedersachsen 2025 bei 130 bis 150 Euro je Tonne.
Die komplette Stückpreis-Rechnung für Rundballen — Festkammer, variable Kammer, Press-Wickel-Kombi — steht im Artikel Rollballen pressen: Stückpreis vs. Stundensatz.
Welche Faktoren verschieben den Stückpreis?
Die belegten Preistreiber aus den Satzheften, sortiert nach Wirkung:
- Messerzahl: je Stufe rund 2 Euro je Ballen (Traunstein), als Zuschlag 0,50 bis 3,00 Euro (Emsland)
- Vorbauhäcksler: 3,50 bis 4,00 Euro je Ballen extra (Emsland)
- Kanalmaß: 90er- statt 70er/80er-Kanal kostet rund 0,50 Euro je Laufmeter mehr (Emsland)
- Erntegut: Silage-Quader liegen über dem Strohsatz — 12 bis 19 Euro je Ballen
- Menge und Schlaggröße: Traunstein weist bei Kleinmengen ausdrücklich einen Zuschlag aus; viele kleine Schläge fressen den Durchsatz
- Region: Nord-DE-Laufmeter-Sätze und Alpenraum-Komplettpreise liegen fast Faktor zwei auseinander
- Diesel: Traunstein kalkuliert mit 1,60 Euro je Liter. Steigt der Preis darüber, kippt die Rechnung — wie man das vertraglich abfängt, zeigt der Artikel Dieselzuschlag und Preisgleitformel.
Und der wichtigste Punkt beim Vergleichen: immer klären, ob der Satz mit oder ohne Mehrwertsteuer gilt und ob Schlepper und Fahrer drinstecken. Der Traunsteiner Satz enthält beides, beim Emsländer Heft ist der Steuer-Status nicht ausgewiesen. Diese eine Frage erklärt mehr Preisunterschied als jede Messerstufe.
Wie kalkuliere ich meinen eigenen Quaderballen-Preis?
Fremde Satzhefte sind Orientierung, keine Kalkulation. Der eigene Preis entsteht in vier Schritten:
- Maschinen-Selbstkosten rechnen: Abschreibung, Zins, Unterhalt und Diesel der eigenen Presse samt Schlepper auf die Saisonstunden umlegen. Wie das systematisch geht, zeigt der Artikel Stundensatz-Kalkulation für Lohnunternehmer — die Maschinenwerte dafür liefert der KTBL-Rechner.
- Durchsatz ehrlich ansetzen: Ballen je Stunde auf den eigenen Schlägen, nicht den Prospektwert. Stundensatz geteilt durch Durchsatz ergibt den Selbstkosten-Stückpreis.
- Material getrennt ausweisen: Garn mit 1,30 bis 1,80 Euro je Ballen als eigene Position, bei Silage die Wickelfolie ebenso.
- Gegen die Region prüfen: Liegt der eigene Satz deutlich unter den regionalen Heften, verschenkt man Geld. Liegt er weit darüber, braucht es ein Argument — Messerzahl, Waage, Doppelknoter-Qualität. Für Österreich führt das ÖKL Großballenpressen mit Schneidwerk im Richtwerte-Heft 2026 (kostenpflichtig); die frei zugänglichen Pauschalwerte nennen keinen Quader-Stückpreis. Was die ÖKL-Richtwerte grundsätzlich leisten, erklärt der Artikel ÖKL-Richtwerte für Lohnunternehmer.
Rechenbeispiel — vom Satzheft zur Angebotszeile (nur mit den belegten MR-Emsland-Positionen, Stroh, 80er-Kanal, 2,40-Meter-Ballen):
| Position | Satz |
|---|---|
| Pressen 3,75 € je Laufmeter × 2,40 m | 9,00 € |
| Zuschlag Messer (mittlere Ausstattung) | 1,50 € |
| Garn 0,4 kg × 4,23 €/kg | 1,70 € |
| Summe je Ballen | 12,20 € |
Drei Positionen statt einer Pauschale. Der Kunde sieht, wofür er zahlt — und wenn der Garnpreis steigt oder mehr Messer bestellt werden, ändert sich die eine Zeile statt der ganzen Preisliste. Ob am Ende der Stückpreis oder doch ein Stundensatz das kleinere Risiko ist, hängt an Schlaggröße und Witterung — die Abwägung dazu steht im Artikel Hektarsatz vs. Stundensatz.
Wer die eigene Vollkostenrechnung nicht im Kopf durchturnen will: Der kostenlose Stundensatz-Kalkulator rechnet Maschine, Schlepper und Fahrer zum Stundensatz zusammen — daraus wird mit dem eigenen Durchsatz der belastbare Stückpreis je Ballen.
Hinweis: Alle Sätze sind regionale Richtwerte mit unterschiedlicher Basis. Der MR-Traunstein-Satz gilt inklusive Mehrwertsteuer, Diesel (1,60 €/l), Schlepper und Fahrer; beim MR-Emsland-Heft ist der Steuer-Status nicht ausgewiesen. Die LWK-Werte sind Vollkosten-Kalkulationen, keine Marktpreise. Vor jedem Angebot die eigene Kostenrechnung durchführen.