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Maschinenring-Verrechnungssätze 2026: Stundensätze, Tarife, Preise

Maschinenring 2026: Verrechnungssätze, Stundensätze, Tarife, Preise. Tabelle DACH + KTBL-Check + Beispielrechnungen. Frei zugänglich, keine Schutzgebühr.

Von Sascha Ardeleanu · ·

Maschinenring-Verrechnungssätze 2026 (auch Stundensätze, Richtpreise, Tarife oder MR-Preisliste genannt) reichen von 25-40 €/h (kleiner Traktor) bis 280-340 €/h (250-PS-Mähdrescher), je nach Bundesland und Maschine. Sie sind Richtwerte für nachbarschaftliche Maschinen-Arbeiten zwischen Maschinenring-Mitgliedern — nicht verbindlich für gewerbliche Lohnunternehmer. Als LU darfst du höher kalkulieren wenn Auslastung und Marge passen, musst es aber begründen können.

Diese Übersicht ist kostenfrei zugänglich. Die regionalen Maschinenring-Verrechnungshefte (z.B. Bayern, BW, Aibling-Miesbach, Erding) kosten meist 15 Euro Schutzgebühr pro Heft. Wer einen ersten Marktüberblick braucht, findet hier eine DACH-weite Spannweite — für die exakten regionalen Sätze deines Bezirks lohnt sich dann zusätzlich der Kauf des regionalen Hefts.

Die Maschinenring-Verrechnungssätze sind in DACH der wichtigste Anker für die Stundensatz-Kalkulation in der Landwirtschaft. Als Lohnunternehmer musst du sie kennen — nicht weil sie für dich verbindlich sind, sondern weil deine Kunden sie kennen und vergleichen. Wer 40 Euro über dem MR-Satz liegt, muss das gut begründen können.

Verrechnungssätze, Richtpreise, Tarife, Preisliste — was ist der Unterschied?

Alle vier Begriffe meinen in der Praxis dasselbe: die regional kalkulierten Maschinen-Stundensätze des Maschinenrings. Die deutschen Maschinenringe (BMR, Maschinenring Bayern, MR Baden-Württemberg) sprechen offiziell von Verrechnungssätzen. Die ÖKL in Österreich veröffentlicht Richtwerte. Im umgangssprachlichen Gebrauch und in Suchanfragen heißt es oft Tarife, Stundensätze oder MR-Preisliste.

Wenn du also nach „Maschinenring Preisliste 2026 Steiermark” oder „Maschinenring Tarife 2026 Schleswig-Holstein” suchst, landest du beim gleichen Daten-Stand wie in der Tabelle weiter unten. Die regionalen Hefte heißen unterschiedlich, der Inhalt ist methodisch vergleichbar.

Was Maschinenring-Sätze überhaupt sind

Maschinenringe sind nachbarschaftliche Zusammenschlüsse von Landwirten, die untereinander Maschinen ausleihen oder Arbeiten gegen Bezahlung erledigen. Damit das fair und einheitlich abgerechnet wird, kalkuliert der Maschinenring jährlich Verrechnungssätze pro Maschine — basierend auf Anschaffungskosten, Lebensdauer, Auslastung, Diesel- und Lohnkosten.

Der Bundesverband der Maschinenringe (BMR) in Deutschland und der Hauptverband Maschinenring in Österreich geben Standard-Sätze heraus. Regional weichen die Sätze je nach Bundesland oder Bezirk ab — Bayerische Sätze unterscheiden sich oft 10-15 Prozent von norddeutschen Werten.

In der Schweiz spielt der Maschinenring Schweiz eine ähnliche Rolle, mit eigenen jährlichen Kalkulationen.

Wie Verrechnungssätze kalkuliert werden

Die Berechnungs-Methodik ist transparent dokumentiert (siehe BMR und Maschinenring Bayern). Pro Maschine werden diese Komponenten kalkuliert:

  1. Maschinen-AfA — Anschaffungspreis verteilt auf Lebensdauer (typisch 8-12 Jahre für Schlepper, 6-10 Jahre für Anbaugeräte)
  2. Zins — kalkulatorischer Kapitalzins auf das gebundene Kapital (typisch 3-4 Prozent)
  3. Reparatur und Wartung — prozentual zum Anschaffungspreis (typisch 4-7 Prozent pro Jahr)
  4. Versicherung und Steuer — KFZ-Versicherung plus Kfz-Steuer wenn zulassungspflichtig
  5. Unterstellung — anteilige Hallenkosten
  6. Diesel — Verbrauch in L/Stunde mal Diesel-Preis (typisch 8-15 L/h bei Schleppern, 30-60 L/h bei Mähdrescher)
  7. Lohn — Fahrerlohn inklusive Lohn-Nebenkosten (typisch 25-35 Euro/Stunde)

Das Ergebnis dividiert durch die jährliche Auslastung (Stunden pro Jahr) ergibt den Stundensatz. Detail-Rechnung im Cornerstone Stundensatz-Kalkulation 2026.

Aktuelle Maschinenring-Stundensätze und Tarife 2026 — Beispiele

Hier eine Übersicht typischer Maschinenring-Stundensätze und Tarife 2026 für die wichtigsten Maschinen (Verrechnungssätze als Range aus DACH-Regionen):

Schlepper

  • 50-80 PS Standard-Schlepper: 28-38 Euro/Stunde
  • 100-130 PS Standard-Schlepper: 42-58 Euro/Stunde
  • 150-200 PS Großschlepper: 65-85 Euro/Stunde
  • 200-300 PS Spezial-Schlepper: 95-130 Euro/Stunde

Bodenbearbeitung

  • Pflug 4-Schar: 12-18 Euro/Stunde (zusätzlich zur Schlepper-Stunde)
  • Grubber 3-5m: 8-14 Euro/Stunde
  • Saatbettkombi: 18-28 Euro/Stunde
  • Drillmaschine 3m: 22-32 Euro/Stunde

Ernte

Pflege und Sonderarbeiten

  • Pflanzenschutz-Spritze 24m: 24-34 Euro/Stunde
  • Gülletankwagen 12.000L mit Schleppschlauch: 70-100 Euro/Stunde
  • Wieselbagger Spezial: 90-130 Euro/Stunde

Diese Sätze sind Richtwerte und schwanken regional. Aktuelle Werte holst du dir beim regionalen Maschinenring-Heft oder online auf den Verbandsseiten.

Rundballen pressen — Preise 2026 im Detail

Das Rundballenpressen wird je nach Region entweder pro Ballen oder pro Stunde abgerechnet — die meisten Maschinenringe und Lohnunternehmer nennen einen Ballen-Preis, weil er für den Landwirt besser kalkulierbar ist.

Rundballen pressen — Verrechnungssätze 2026 (Richtwerte DACH):

  • Pressen ohne Bindung: 4-7 Euro pro Ballen
  • Pressen mit Netzbindung: 6-10 Euro pro Ballen
  • Pressen mit Mantelfolie (statt Netz): 8-13 Euro pro Ballen
  • Pressen plus Wickeln (Silage, Press-Wickel-Kombi): 13-22 Euro pro Ballen
  • Stundensatz-Abrechnung Presse: 60-90 Euro/Stunde inkl. Schlepper und Fahrer

Was den Rundballen-Preis 2026 nach oben oder unten treibt:

  1. Durchmesser — eine 1,50-m-Ballenpresse braucht weniger Überfahrten als eine 1,25-m-Presse, der Preis pro Ballen liegt aber höher
  2. Press-Wickel-Kombi — Silageballen in einem Arbeitsgang pressen und wickeln spart Anfahrt und Folien-Handling, kostet aber 13-22 Euro statt 6-10 Euro pro Ballen
  3. Folie und Netz — das Verbrauchsmaterial wird oft separat verrechnet oder ist im höheren Ballen-Preis schon drin (vorher klären)
  4. Ballenmenge — ab 200-300 Ballen pro Auftrag sind Mengenrabatte üblich
  5. Anfahrt — bei kleinen Mengen unter 50 Ballen schlägt die Anfahrtspauschale (40-80 Euro) stark durch

Konkret: Wer 150 Heu-Rundballen mit Netzbindung pressen lässt, zahlt 2026 grob 900 bis 1.500 Euro (6-10 Euro/Ballen). Bei Silage mit Press-Wickel-Kombi liegt derselbe Auftrag eher bei 2.000 bis 3.300 Euro. Als Lohnunternehmer kalkulierst du den Ballen-Preis am besten aus deinem Stundensatz rückwärts — wie viele Ballen schaffst du realistisch pro Stunde (typisch 25-40 Heuballen/h)?

Wie deine eigene Kalkulation zum MR-Satz steht

Als Lohnunternehmer hast du in der Regel höhere Kosten als der Maschinenring-Mitglieder-Tausch, weil:

  1. Gewerbliche Marge muss drin sein (10-25 Prozent typisch)
  2. Höhere Auslastung kann dafür Stundensatz drücken (60-80% Auslastung statt 40-50% bei Hobby-Bauern)
  3. Spezialisierung rechtfertigt höhere Sätze (z.B. Drohnen-Anwendung, GPS-Steuerung)
  4. Reservier-Sicherheit ist Premium-Faktor

Konkretes Beispiel Mähdrescher 250 PS:

  • MR-Satz Bayern: 305 Euro/Stunde
  • Deine KTBL-basierte Kalkulation: 285 Euro/Stunde (du fährst ihn 350h/Jahr statt MR-Annahme 200h)
  • Deine Marge 10 Prozent: 314 Euro/Stunde

In diesem Fall liegst du 9 Euro über dem MR-Satz. Das ist begründbar mit Verfügbarkeit, eigener Werkstatt und Schlagkraft.

Wenn du aber bei 380 Euro/Stunde anbieten würdest (25 Prozent über MR), brauchst du klare Differenzierungs-Argumente — Spezialisierung, Premium-Service oder einfach weil dein Markt es zulässt.

Regionen-Vergleich 2026

Die Spannweite zwischen DACH-Regionen ist erheblich:

Mähdrescher 250 PS Verrechnungssatz 2026

  • Bayern: 305-340 Euro
  • Baden-Württemberg: 300-335 Euro
  • Nordrhein-Westfalen: 285-320 Euro
  • Niedersachsen: 285-320 Euro
  • Schleswig-Holstein: 290-325 Euro
  • Burgenland (AT): 280-310 Euro
  • Tirol (AT): 320-355 Euro
  • Steiermark (AT): 295-330 Euro
  • Bern/Westschweiz: 340-385 CHF (ca. 350-395 Euro)

Diese Spannweite kommt aus unterschiedlichen Maschinen-Anschaffungskosten, regionalen Lohn-Niveaus und Diesel-Preisen. Als Lohnunternehmer im Burgenland hast du eine niedrigere Schwelle als in Tirol oder der Schweiz.

Wann sich Maschinenring oder Lohnunternehmer rechnet

Für Landwirte als Auftraggeber lohnt sich der Maschinenring meist bei:

  • Kleinen Flächen unter 50 Hektar Gesamtbedarf pro Jahr
  • Standard-Arbeiten ohne Spezial-Anspruch (Pflügen, Säen, Düngen)
  • Flexibler Zeitplanung (du kannst warten)

Der Lohnunternehmer wird besser bei:

  • Großen Auftragsmengen (>100 Hektar)
  • Termin-kritischen Arbeiten (Mähdrusch in Erntezeit)
  • Spezial-Maschinen die der Maschinenring nicht hat
  • Komplett-Service inklusive Logistik

Das ist auch der Grund warum Hektarsatz vs Stundensatz eine eigene Strategie-Frage ist. Lohnunternehmer rechnen oft per Hektar bei Standard-Arbeiten, was bei großen Flächen kostengünstiger wirkt als die reine Stundenrechnung.

Marketing-Strategie: wie Lohnunternehmer den MR-Vergleich gewinnen

Wenn deine Kunden mit dem MR-Satz argumentieren, hast du diese Differenzierungs-Achsen:

  1. Termin-Garantie — du bist da wenn du sagst dass du da bist
  2. Modernere Maschinen — bessere Schlagkraft, weniger Verluste, GPS-Spuren
  3. Komplett-Service — du bringst Transport, Personal, Wartungs-Backup
  4. Spezialisierung — du beherrschst eine Maschine wirklich gut, nicht nur gelegentlich
  5. Versicherung — du trägst das Schaden-Risiko, nicht der Landwirt

Bei einem Mähdrescher-Auftrag mit 50 Hektar Weizen ist eine 5-10 Euro höhere Stunde leicht zu rechtfertigen, wenn du die Ernte 1-2 Tage schneller schaffst und weniger Verluste hast.

Software-Unterstützung für die MR-Vergleichs-Kalkulation

Für die laufende Kalkulation und Anpassung an MR-Sätze sind Tools hilfreich:

  • Eigene Excel-Vorlage mit Diesel-Preis-Variable und Auslastungs-Schieber
  • KTBL-Onlinerechner für punktuelle Vergleiche
  • WaWi-Systeme wie NEXT Farming oder FarmAct mit eingebauten Kalkulations-Modulen
  • Stundensatz-Tool von Hofwerk (interaktiver Rechner für 18 Maschinen, KTBL-basiert)

Detail-Vergleich der Software in Lohnunternehmer-Software-Vergleich 2026.

Praxis-Prüfliste vor jedem neuen Auftrag

Bevor du einen Stundensatz nennst:

  1. Aktueller MR-Satz für die Maschine in deiner Region recherchiert?
  2. Deine eigene KTBL-Kalkulation auf aktuellem Stand (Diesel-Preis 2026)?
  3. Marge zwischen 10 und 25 Prozent realistisch?
  4. Differenzierungs-Argument für den höheren Satz vorbereitet?
  5. Termin-Garantie schriftlich in der AGB (siehe AGB-Auftragsbestätigung)?
  6. Backup-Plan wenn Maschine ausfällt (Werkstattpartner, Ersatz-Maschine)?
  7. Bei Kunden-Reklamation klare Kommunikations-Regel?

Wer diese sieben Punkte beherrscht, gewinnt den MR-Vergleich nicht durch Preis, sondern durch Service-Qualität. Genau dort liegt der Hebel für gesunde Lohnunternehmer-Margen.

Häufige Fragen

Was sind Maschinenring-Verrechnungssätze?
Verrechnungssätze sind kalkulierte Stundensätze pro Maschine, die der Maschinenring jährlich für seine Mitglieder veröffentlicht. Sie dienen als faire Basis für nachbarschaftliche Lohnarbeiten zwischen Landwirten. Die Sätze enthalten Maschinenkosten plus eine kleine Marge für Verwaltung und Abnutzung.
Sind Maschinenring-Sätze für mich als Lohnunternehmer verbindlich?
Nein. Verrechnungssätze sind Richtwerte für Mitglieder im nachbarschaftlichen Maschinen-Tausch. Als gewerblicher Lohnunternehmer kannst und solltest du deinen eigenen Stundensatz nach KTBL plus deiner realen Kosten kalkulieren. Der MR-Satz ist ein Anker, kein Diktat.
Warum unterscheiden sich Maschinenring-Sätze nach Region?
Die Sätze hängen von den lokalen Maschinen-Anschaffungskosten, Auslastung pro Region, Diesel-Preisen und Lohn-Niveaus ab. Bayern und Tirol haben oft höhere Sätze als Norddeutschland oder das Burgenland. Der Maschinenring kalkuliert die Sätze regional und veröffentlicht sie pro Bezirk oder Bundesland.
Was ist günstiger — Maschinenring oder Lohnunternehmer?
Maschinenring ist meistens günstiger pro Stunde, weil keine gewerbliche Marge eingerechnet ist. Lohnunternehmer haben dafür Vorteile bei Flexibilität, Reservierungs-Sicherheit und Spezial-Maschinen. Bei großen Aufträgen und Spezialarbeiten ist der Lohnunternehmer oft die bessere Wahl trotz höherem Stundensatz.
Wie aktualisiere ich meine Kalkulation gegenüber den MR-Sätzen?
Vergleiche einmal jährlich deine eigenen Stundensätze mit den aktuellen Maschinenring-Verrechnungssätzen deiner Region. Bei Diesel-Preis-Schwankungen oder neuen Maschinen unterjährig nachkalkulieren. Wenn dein Satz mehr als 20 Prozent über dem MR-Satz liegt, brauchst du gute Argumente gegenüber Kunden.
Wo finde ich die Maschinenring-Preisliste 2026 als PDF?
Die regionalen Maschinenringe veröffentlichen ihre Verrechnungssätze als PDF-Heft oder im Mitgliederbereich — etwa Maschinenring Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg. Diese Hefte kosten meist rund 15 Euro Schutzgebühr pro Region. Eine DACH-weite Spannweite ohne Schutzgebühr findest du in der Tabelle oben.

Quellen

  1. Maschinenring Österreich Verrechnungssätze Hauptverband
  2. Bundesverband der Maschinenringe Deutschland (BMR)
  3. KTBL Faustzahlen für die Landwirtschaft
  4. ÖKL Richtwerte Österreich Maschinen-Stundensätze
  5. BLU Bundesverband der Lohnunternehmer Deutschland
  6. Maschinenring Bayern Verrechnungssatz-Heft
  7. BMEL Agrar-Statistik Stundensatz-Erhebungen
  8. Schweizer Maschinenring Verrechnung
  9. DLG Faustzahlen 2025/2026

Eigene Beobachtung: Bei einem Vergleich der Maschinenring-Verrechnungssätze 2026 für einen 250-PS-Mähdrescher zeigt sich eine Spannweite von 280 bis 340 Euro pro Stunde zwischen den DACH-Regionen. Wer als Lohnunternehmer in einer Region mit hohen MR-Sätzen arbeitet, kann mit eigener KTBL-basierter Kalkulation oft 15-25 Euro über dem MR-Satz liegen — wenn die Auslastung und Maschinen-AfA es rechtfertigen.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Zusammenfassung öffentlich zugänglicher Quellen, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Werte und Faustzahlen sind branchenüblich aggregiert (KTBL · ÖKL · Maschinenring · Landwirtschaftskammer). Vor Abrechnungs-Verhandlungen oder PSM-Doku-Praxis empfehlen wir eine Prüfung durch deinen Steuerberater oder Verbands-Juristen. Stand der hier zitierten Quellen: 2. Juni 2026.