Mais säen lassen kostet 2026 als Einzelkornsaat komplett — mit Fahrer und Diesel — rund 55 bis 80 Euro je Hektar netto, je nach Region und Schlaggröße. Das Sägerät allein liegt bei 30 bis 40 Euro je Hektar. Die Reihendüngung kommt als Aufschlag mit rund 9 Euro je Hektar dazu. Saatgut und Dünger zahlt immer der Kunde extra.
Die Spanne erklärt sich fast vollständig aus einer Frage: Was steckt im Satz drin? Gerät solo, Gerät mit Fahrer oder die komplette Kette mit Diesel — und netto oder brutto. Wer die drei aktuellen Quellen nebeneinanderlegt, kann jeden Satz einordnen und den eigenen Preis sauber begründen.
Was kostet Mais säen lassen 2026 je Hektar?
Drei belastbare Quellen decken den DACH-Raum ab — mit unterschiedlicher Basis:
| Quelle | Satz | Was steckt drin? |
|---|---|---|
| Westfalen-Lippe (Erfahrungssätze ab 2024, Pos. 4.13, 6-reihig mit Reihendüngerstreuer) | 38,00 €/ha Gerät allein · 55,50 €/ha inkl. Fahrer ohne Diesel · 61,50 €/ha inkl. Fahrer und Diesel | Nettopreise, Kraftstoff 4,0 l/ha, Leistung 2,27 ha/h |
| ÖKL Pauschalrichtwerte 2026 (AT) | 60 €/ha Einzelkornsämaschine | Gespann Traktor + Gerät, reine Maschinenkosten — ohne Fahrer, netto |
| MR Traunstein (Verrechnungssätze 2025, Oberbayern) | 64,00 €/ha Kreiselegge/Maissägerät komplett | inkl. MwSt, Diesel 1,60 €/l, Arbeitskraft 17 €/h kalkuliert, 8,0 l Diesel/ha, auch Mulchsaat |
Die Zahlen liegen scheinbar nah beieinander — sie meinen aber Verschiedenes. Der Westfalen-Lippe-Satz mit 61,50 Euro ist ein Nettopreis inklusive Fahrer und Diesel. Der ÖKL-Wert mit 60 Euro enthält keinen Fahrer, keine Wegzeit und keinen Gewinn — dazu unten mehr. Und der Traunsteiner Satz mit 64 Euro ist ein Bruttopreis, in dem sogar die Kreiselegge für die Saatbettbereitung schon drinsteckt.
Als Faustzahl für den Kunden: Einzelkornsaat Mais komplett kostet je nach Region und Schlaggröße etwa 55 bis 80 Euro je Hektar netto. Kleine, zerschnittene Schläge, weite Anfahrt und Zusatzausstattung schieben den Preis ans obere Ende. Einen Überblick über Sätze quer durch alle Arbeiten gibt der Artikel Maschinenring-Verrechnungssätze 2026.
Was steckt im Hektarsatz drin — und was nicht?
Die Erfahrungssätze Westfalen-Lippe machen die Kette sichtbar, weil sie dieselbe Arbeit dreimal ausweisen:
- 38,00 €/ha — das Maissägerät allein
- 55,50 €/ha — inklusive Fahrer, ohne Diesel
- 61,50 €/ha — inklusive Fahrer und Diesel
Zwischen Gerät solo und der kompletten Position liegen gut 23 Euro je Hektar. Das ist der Preis für Mensch und Kraftstoff — und genau die Differenz, die verloren geht, wenn ein Lohnunternehmer fremde Gerätesätze als Komplettpreis anbietet.
Für Österreich gilt dieselbe Logik noch schärfer. Die ÖKL-Richtwerte sind reine Maschinenselbstkosten. In den Berechnungsgrundlagen steht es wörtlich: „Kosten für Arbeit werden in den ÖKL-Richtwerten nicht berücksichtigt.“ Wer als Lohnunternehmer den ÖKL-Pauschalrichtwert von 60 Euro je Hektar eins zu eins in die Preisliste übernimmt, fährt also den Fahrerlohn, die Wegzeit und den eigenen Gewinn gratis mit.
Dazu kommt die Steuerfrage. Die Westfalen-Lippe-Sätze sind Nettopreise. Der Maschinenring Traunstein rechnet inklusive Mehrwertsteuer. In Österreich kommen auf ÖKL-Basis bei Nachbarschaftshilfe pauschaliert 13 Prozent Umsatzsteuer dazu, bei Regelbesteuerung 20 Prozent. Zwei Angebote mit derselben Zahl können sich real um ein Fünftel unterscheiden — nur wegen der Steuer.
Nicht im Satz stecken praktisch nie: Saatgut und Dünger. Beides stellt der Auftraggeber oder es läuft als eigene Materialposition auf dem Lieferschein. Das gehört ins Angebot geschrieben, bevor es auf dem Feld diskutiert wird.
Was kostet die Unterfußdüngung extra — und wann kann sie entfallen?
Die Unterfußdüngung ist beim Mais die Standardmaßnahme — und ein sauber bezifferbarer Aufschlag. Der Maschinenring Traunstein weist die Maisreihendüngung komplett mit 9,00 Euro je Hektar aus (2025, brutto). In Westfalen-Lippe ist der Reihendüngerstreuer in Position 4.13 bereits Teil des 6-reihigen Sägeräts.
Warum die Maßnahme fachlich gesetzt ist, erklärt die LWK NRW: Junger Mais hat ein „ausgesprochen schlechtes Phosphat-Aneignungsvermögen“. Ein Depot mit wasserlöslichem Phosphat, neben und unter dem Korn platziert, überbrückt die kalte Jugendphase. Bewährt hat sich eine Mischung aus DAP und Kalkammonsalpeter im Verhältnis 1:1 — das liefert 22,5 kg Stickstoff und 23 kg P2O5 je Dezitonne. Übliche NP-Unterfußdüngung bringt in der Regel 15 bis 30 kg Stickstoff je Hektar.
Genauso klar benennt die LWK die Grenzen — und die gehören ins Beratungsgespräch mit dem Kunden:
- Gaben über 40 kg P2O5 je Hektar sind nicht erforderlich.
- Bei Bodengehalten über 25 mg P2O5 je 100 g Boden ist die Unterfußdüngung überflüssig.
Für den Lohnunternehmer heißt das: Die Reihendüngung nicht pauschal in jeden Auftrag packen, sondern als eigene Position mit eigenem Preis führen. Wer dem Kunden mit hoch versorgten Böden die 9 Euro plus Dünger erspart, verliert eine Position — und gewinnt einen Stammkunden.
Warum Einzelkornsaat — und woran erkenne ich gute Säarbeit?
Mais wird nicht gedrillt, sondern gelegt. Die Einzelkornsämaschine legt jedes Korn einzeln auf Abstand und Tiefe ab. Die agronomischen Eckwerte dazu nennt der Züchter LG Seeds: Standard-Reihenabstand 75 cm (Engsaat-Varianten: 45 oder 37,5 cm), Saattiefe 4 bis 5 cm auf schweren und 6 bis 7 cm auf leichten Böden, Richtgröße 8 bis 10 Pflanzen je Quadratmeter. Bei 75 cm Reihenabstand ergibt das einen Kornabstand von 13,4 bis 16,7 cm in der Reihe.
Genau diese Gleichmäßigkeit ist das Verkaufsargument des Lohnunternehmers — und sie ist messbar. Die DLG prüft Säaggregate auf Ablagegenauigkeit und Feldaufgang. Beim Amazone-Säaggregat PreTeC (Precea) hat sie das Prüfzeichen DLG-ANERKANNT für Arbeitsgeschwindigkeiten bis 12 km/h vergeben. Die gemessenen Werte:
- Feldaufgang 94,5 bis 98,0 Prozent — Bewertung „sehr gut“
- Sollstellen 93,2 bis 97,5 Prozent
- Doppelstellen 0,3 bis 2,2 Prozent
- Fehlstellen 1,9 bis 5,1 Prozent
Für die Praxis liefern diese Kennzahlen zwei Dinge. Erstens ein Argument gegen den Preisdrücker: Moderne Einzelkorntechnik schafft Fläche und Präzision zugleich — 12 km/h statt Schrittgeschwindigkeit, ohne dass die Ablage zerfällt. Zweitens einen Abnahme-Maßstab: Wer nach dem Auflaufen die Reihen abschreitet und Fehl- und Doppelstellen zählt, redet nicht mehr über Gefühl, sondern über Prozente.
Bodenbearbeitung gleich mitbuchen — Kombi, getrennte Gänge oder Direktsaat?
Der Traunsteiner Satz zeigt, warum die Kombination rechnerisch attraktiv ist: Kreiselegge und Maissägerät komplett für 64 Euro je Hektar (brutto), ausdrücklich auch als Mulchsaat. Saatbettbereitung und Saat in einer Überfahrt — ein Gang, ein Preis, weniger Bodendruck.
Zum Vergleich die getrennte Welt: Der ÖKL führt die Minimalbodenbearbeitung als eigenes Gespann mit 101 Euro je Hektar, dazu käme die Einzelkornsämaschine mit 60 Euro — jeweils reine Maschinenkosten ohne Fahrer. Zwei getrennte Gänge kosten schnell das Doppelte der Kombi. Wann welcher Bearbeitungsgang fachlich passt, steht in den Artikeln Grubbern: Tiefe, Zeitpunkt und Kosten und Mulchsaat: Verfahren und Kosten.
Am oberen Ende der Preisskala steht die Direktsaat: Das Direktsaatgerät führt der Maschinenring Traunstein komplett mit 117 bis 133 Euro je Hektar. Das schwere Spezialgerät sät ohne jede Vorbearbeitung — und rechtfertigt den Aufpreis dort, wo Erosionsschutz oder Wasserhaushalt keinen Bearbeitungsgang erlauben.
Für das Angebot heißt das: die Varianten als getrennte Positionen anbieten — Kombi-Bestellgang, Einzelgänge, Direktsaat. Der Kunde sieht die Preislogik, und der Lohnunternehmer verkauft den teureren Gang nicht als Zumutung, sondern als Wahl.
Wann muss der Mais in den Boden — und warum sind die Slots so knapp?
Das Deutsche Maiskomitee nennt als Saatstart „in der Regel ab Mitte April“ — sobald die Bodentemperatur auch in der Nacht mindestens 8 Grad Celsius erreicht. Nach oben begrenzt die Vegetationszeit das Fenster: Wer zu spät legt, verschenkt Ertrag und Abreife.
Praktisch bleibt damit ein Fenster von wenigen Wochen, in dem alle Maisflächen einer Region gleichzeitig dran sind. Für den Lohnunternehmer ist das ein Dispositionsproblem: Eine 6-reihige Maschine schafft nach den Westfalen-Lippe-Werten 2,27 Hektar je Stunde — an einem langen Tag also grob 20 Hektar plus Umsetzen. Bei 400 Hektar Auftragsfläche sind das drei Wochen Vollgas, und ein Regenfenster wirft alles durcheinander.
Beide Seiten können daraus etwas machen. Der Kunde: früh buchen und flexibel beim genauen Termin sein — wer den Boden misst statt aufs Datum zu schauen, bekommt den besseren Bestand. Der Lohnunternehmer: die Saatsaison sauber durchplanen, Schläge nach Region und Bodenart bündeln und Wegzeiten minimieren. Wie das systematisch geht, zeigt der Artikel Auftragsplanung und Disposition in der Saison.
Wie kalkuliere ich als Lohnunternehmer meinen eigenen Satz?
Fremde Satzhefte sind Orientierung, keine Kalkulation. Der eigene Maissaat-Satz entsteht in vier Schritten:
- Maschinenkosten rechnen: Der KTBL-Feldarbeitsrechner liefert je Arbeitsverfahren den Arbeitszeitbedarf, die Maschinenkosten und den Dieselbedarf mit allen Detail-Kostenpositionen. Für Österreich liefern die ÖKL-Richtwerte die Maschinenbasis.
- Arbeit und Gewinn draufrechnen: Die ÖKL-Werte enthalten ausdrücklich keine Arbeitskosten — Fahrerlohn, Wegzeiten und Unternehmergewinn müssen obendrauf. Traunstein kalkuliert als Referenz mit 17 Euro je Arbeitskraftstunde und 1,60 Euro je Liter Diesel.
- Durchsatz ehrlich ansetzen: 2,27 Hektar je Stunde (Westfalen-Lippe, 6-reihig) gelten für ordentliche Schläge. Kleine, verwinkelte Flächen mit vielen Umsetzfahrten drücken den realen Durchsatz — und treiben die Kosten je Hektar.
- Positionen trennen: Saat, Reihendüngung, Bodenbearbeitung und Material getrennt ausweisen. Drei klare Zeilen verkaufen sich besser als eine Pauschale, über die am Feldrand gestritten wird.
Rechenbeispiel — vom Heft zur Angebotszeile (nur mit den belegten Werten, Region Westfalen-Lippe, 6-reihig):
| Position | Satz |
|---|---|
| Einzelkornsaat inkl. Fahrer und Diesel | 61,50 €/ha |
| Reihendüngung (Aufschlag, Referenz MR Traunstein, dort brutto) | ~9,00 €/ha |
| Saatgut und Dünger | stellt der Kunde |
| Summe je Hektar (netto, ohne Material) | ~70 €/ha |
Wer die eigene Vollkostenrechnung nicht im Kopf durchturnen will: Der kostenlose Stundensatz-Kalkulator rechnet Maschine, Schlepper und Fahrer zum Stundensatz zusammen — daraus wird mit dem eigenen Durchsatz der belastbare Hektarsatz für die Maissaat.
Hinweis: Alle Sätze sind regionale Richtwerte beziehungsweise Erfahrungssätze mit unterschiedlicher Basis und ohne Verbindlichkeit — netto, sofern nicht anders angegeben. Quellen-Stand: ÖKL-Pauschalrichtwerte 2026, Erfahrungssätze Westfalen-Lippe ab 2024, Maschinenring Traunstein 2025 (brutto, Diesel 1,60 €/l). Vor jedem Angebot die eigene Kostenrechnung durchführen.