Hofwerk · Lohnunternehmer eine Werkstatt · hofwerk.at
Live-Demo testen
■ Ackerbau & Feldarbeit bodenbearbeitung

Grubbern: Tiefe, Zeitpunkt und Kosten 2026

Grubbern richtig gemacht: Welche Tiefe wann, flach vs. tief, Diesel sparen, und was Lohnarbeit kostet. Richtwerte ÖKL und LMS für AT und DE.

Von Sascha Ardeleanu · ·
Grubbern: Tiefe, Zeitpunkt und Kosten 2026

Schnellantwort

Grubbern lockert und mischt den Boden ohne Wenden — kein Pflug, weniger Diesel, weniger Erosion. Flach 3 bis 7 cm beim Stoppelsturz, tief bis 25 cm als Pflugersatz. Als Lohnarbeit kostet das grob 36 bis 56 Euro je Hektar netto, je nach Region und Tiefe. Pflügen liegt mit 68 bis 92 Euro deutlich darüber.


Was ist Grubbern überhaupt — und worin unterscheidet er sich vom Pflug?

Der Grubber ist ein nichtwendendes Bodenbearbeitungsgerät. Zinken mit austauschbaren Scharen ziehen durch den Boden, lockern ihn, krümeln ihn und mischen Ernterückstände ein — aber der Boden wird nicht umgekehrt. Was oben liegt, bleibt weitgehend oben.

Das ist der entscheidende Unterschied zum Pflug. Beim Pflügen wird der Boden vollständig gewendet. Ernterückstände und Unkrautsamen landen tief unter der Oberfläche. Das hat klare Vorteile bei starkem Unkrautdruck und für bestimmte Kulturen. Es kostet aber auch deutlich mehr Diesel, mehr Zeit und — über Jahre betrachtet — Bodenleben und Struktur.

Der Grubber ist kein schlechterer Pflug. Er ist ein anderes Werkzeug für andere Ziele:

  • Stoppelsturz nach Ernte: Ausfallgetreide und Unkrautsamen anregen, nicht begraben.
  • Mulchsaat-Vorbereitung: Saatbett ohne Wenden, Mulchauflage erhalten.
  • Pflugersatz bei mittleren Böden: Verdichtungen brechen, ohne die Krume umzukehren.
  • Tiefenlockerung als Ergänzung: Unter der Krume, ohne sie zu stören.

Als Ergänzung oder Ersatz zum Pflug ist der Grubber auf vielen Betrieben zur Standardlösung geworden — besonders dort, wo Erosionsschutz und Mulchsaat Vorrang haben.


Welche Arbeitstiefe ist für welchen Zweck richtig?

Das ist die häufigste Praxisfrage, und die Antwort hängt vom Ziel ab:

Flach: 3 bis 7 Zentimeter (Stoppelsturz, erste Bearbeitung nach Drusch)

Hier geht es nicht ums Lockern, sondern ums Stimulieren. Unkrautsamen und Ausfallgetreide sollen an Licht und Feuchtigkeit kommen, damit sie keimen. Wer zu tief grubbiert, verschüttet die Samen, statt sie zu aktivieren.

Für diese Tiefe eignen sich Gänsefußschare am besten. Sie schneiden ganzflächig, lassen die Oberfläche kaum aufgerissen und arbeiten mit wenig Zugkraft. Kleiner Schlepper reicht.

Mitteltief: 8 bis 15 Zentimeter (Mulchsaat-Saatbett, zweiter Gang)

Wenn der erste Auflauf vergrünt und abgefroren ist — oder nach einem zweiten Auflauf — folgt der mittlere Gang. Jetzt soll das Saatbett vorbereitet werden: gleichmäßige Krümelstruktur, kein stehender Block, aber noch Mulchauflage.

Doppelherz- oder Flügelschare arbeiten hier gut. Sie lockern breiter, ohne zu tief zu gehen.

Tief: 15 bis 25 Zentimeter (Verdichtung brechen, Pflugersatz)

Ab 10 Zentimetern spricht das KTBL von Grundbodenbearbeitung. Hier wird der Pflug ersetzt oder ergänzt. Meißelschare brechen Verdichtungen auf schweren Böden, ohne die Krume umzukehren.

Der Leistungsbedarf steigt mit der Tiefe stark: grob 25 bis 50 PS je Meter Arbeitsbreite bei flacher Arbeit, 50 bis 100 PS je Meter bei tiefer Arbeit. Ein zu schwach motorisierter Schlepper verliert Zugkraft, Arbeitstief und Qualität.


Wann ist der beste Zeitpunkt für den Stoppelsturz?

Möglichst früh nach dem Drusch. Das ist keine Empfehlung, sondern eine handfeste Begründung:

Restfeuchte nutzen. Direkt nach der Ernte ist der Boden unter der Stoppel noch feucht — die sogenannte Schattengare. Die Krume bricht dann leichter auf, die Schare gleiten besser, und der Dieselverbrauch ist geringer als auf trocken verhärtetem Boden.

Samenauflauf fördern. Je früher man die Samen in Kontakt mit Feuchtigkeit und Licht bringt, desto früher keimen Ausfallgetreide und Unkraut. Dieser erste Keimschub lässt sich dann durch einen zweiten Grubberstrich oder Herbizideinsatz gezielt bekämpfen.

Der 2-Gang-Rhythmus: Ungefähr 2 bis 3 Wochen nach dem ersten Stoppelsturz, wenn der erste Auflauf sichtbar vergrünt ist, folgt der zweite Gang. Jetzt auf mittlere Tiefe, um das Saatbett vorzubereiten und die gekeimten Pflanzen mechanisch zu treffen.

Das BISZ Südzucker beschreibt diesen Ablauf als 3-F-Prinzip: früh, flach, feucht. Wer die Feuchte des Erntezeitpunkts nicht nutzt, arbeitet oft doppelt so hart für dasselbe Ergebnis.


Grubber oder Scheibenegge — was nimmt man wann?

Beide Geräte haben Berechtigung. Die Frage ist das Ziel und der Ausgangszustand:

Kurzscheibenegge: Schnell, verstopft weniger bei viel Stroh, arbeitet sehr flach (oft 2 bis 6 cm), mischt oberflächlich durch. Ideal bei hohem Strohanfall direkt nach Getreidedrusch oder Raps mit viel Rückständen. Schwäche: kaum Tiefenwirkung, eher flächige Mischarbeit als echte Lockerung.

Grubber: Tiefenwirkung ist der Hauptvorteil. Er lockert die Krume, bricht Verdichtungen an, krümelt besser und ist für Mulchsaat-Saatbetten die zuverlässigere Wahl. Schwäche: Bei sehr viel Stroh können Zinken und Schare verstopfen.

Auf vielen Betrieben folgt deshalb auf den ersten Strich mit der Scheibenegge (Stroh einarbeiten) ein zweiter Gang mit dem Grubber (Saatbett herrichten). Das erhöht zwar die Überfahrten, ergibt aber ein besseres Ergebnis als ein einzelner Gang mit dem falschen Gerät.


Wie viel Diesel spart Grubbern gegenüber dem Pflug?

Der Vorteil beim Treibstoff ist real und messbar. Als grober Richtwert aus der Fachliteratur:

  • Tiefgrubber (15–20 cm): etwa 18 bis 19 Liter Diesel je Hektar.
  • Pflug (25–30 cm Tiefe): etwa 25 bis 30 Liter je Hektar.
  • Stoppelsturz flach (5–7 cm): oft unter 10 Liter je Hektar.

Das ergibt beim Vergleich Tiefgrubber vs. Pflug eine Einsparung von rund 30 Prozent. Bei einem Dieselpreis von 1,20 Euro und einer Fläche von 100 Hektar sind das grob 1.200 bis 1.500 Euro weniger Treibstoffkosten allein.

Dazu kommt die Flächenleistung: Ein Grubber mit 6 oder 7 Metern Arbeitsbreite schafft bei gleichem Schlepper erheblich mehr Hektar pro Stunde als ein Pflug mit 2 bis 3 Furchen. Das senkt die Stundensatz-Kosten je Hektar weiter.

Diese Werte sind Richtwerte — der eigene Betrieb, der Bodentyp und die Einstellungen können davon abweichen. Wer präziser kalkulieren will, führt ein einfaches Fahrtenbuch: getankte Liter, bearbeitete Hektar, Arbeitstiefe.


Was sind die Vorteile und Nachteile des Grubberns?

Vorteile:

  • Erosionsschutz: Die Mulchauflage aus Strohresten schützt den Boden vor Wind- und Wassererosion. Pflug hinterlässt blanke, geschlossene Flächen.
  • Bodenleben: Weniger Störung der Bodenstruktur und Mikroorganismen als beim Pflügen.
  • Dieseleinsparung: Grob 30 Prozent weniger Treibstoff als Pflügen (Richtwert).
  • Größere Arbeitsbreiten: Höhere Flächenleistung mit ähnlicher Motorleistung.
  • Wasserinfiltration: Lockere Oberfläche nimmt Regen besser auf als verschlossene Pflugfurche.

Nachteile und Grenzen:

  • Schwächere Unkrautwirkung: Samen werden nicht tief begraben. Mehr Herbizidaufwand möglich.
  • Schnecken: Mulchauflage und feuchtere Oberfläche begünstigen Schneckendruck — auf gefährdeten Schlägen beachten.
  • Grubbersohle: Wird immer auf exakt gleicher Tiefe gearbeitet, entsteht eine Verdichtungsschicht darunter. Tiefe gelegentlich variieren.
  • Kältere Böden im Frühjahr: Mulchauflage isoliert, das verlangsamt die Bodenerwärmung. Auf früh auszusäende Kulturen achten.

Selbst grubbern oder vom Lohnunternehmer? Ab wann lohnt die eigene Maschine?

Das ist eine Kalkulation, keine Bauchentscheidung. Wer einen Grubber kauft, kauft gleichzeitig einen Fixkostentreiber.

Was eine eigene Maschine kostet:

Ein neuer Grubber mit 4 bis 6 Metern Arbeitsbreite kostet je nach Ausstattung grob 20.000 bis 50.000 Euro. Dazu kommen Abschreibung, Wartung, Reparaturen und vor allem der Schlepper — denn der ist der eigentliche Kostentreiber. Wer extra einen 150-PS-Schlepper kaufen muss, hat die Fixkosten schon verdoppelt.

Was Lohnarbeit kostet:

Als Richtwert netto liegen Grubber-Lohnarbeiten grob bei:

  • ÖKL (Österreich): rund 56 €/ha (Grubber), 52 €/ha (Feingrubber).
  • LMS Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland): Schwergrubber grob 36 bis 52 €/ha.

Zum Vergleich: Pflügen als Lohnarbeit kostet laut LMS rund 68 bis 92 €/ha. Grubbern ist also auch bei Lohnarbeit der günstigere Bodenbearbeitungsgang.

Faustregel zum Eigenbetrieb:

Die eigene Maschine rechnet sich erst bei hoher Jahresauslastung — als grobe Orientierung ab etwa 200 bis 300 Hektar Jahresleistung und einem bereits ausgelasteten Schlepper über 150 PS. Wer unter dieser Schwelle liegt, zahlt bei der eigenen Maschine je Hektar oft mehr als beim Lohnunternehmer.

Das liegt daran, dass Abschreibung und Fixkosten pro Hektar stark sinken, wenn die Maschine viele Stunden läuft. Eine Maschine mit 200 Hektar Jahresleistung hat halb so hohe Fixkosten je Hektar wie eine mit 100 Hektar — aber der Lohnunternehmer verteilt seine Maschinenkosten auf Hunderte oder Tausende Hektar.

Wie man die Maschinenkosten sauber berechnet, erklärt der Artikel zur Maschinenkostenkalkulation nach KTBL. Was Lohnarbeit im Vergleich im Schnitt kostet, steht in der Übersicht der Lohnarbeiten-Preise 2026. Wer den Schlepper-Kostenblock genauer einschätzen will, findet Orientierung im Artikel zum Schlepper-Stundensatz nach PS-Klasse.


Welche Schartypen gibt es und welcher passt wann?

Die Wahl der Schare bestimmt Wirktiefe, Kraftbedarf und Arbeitsergebnis. Die drei wichtigsten:

Gänsefußschar: Breite, flache Form. Schneidet ganzflächig in der Horizontalen. Ideal für den Stoppelsturz auf 3 bis 7 Zentimeter — wenig Zugkraft, gute Flächendeckung, verdrängt wenig Erde seitlich.

Meißelschar: Schmal, spitz. Bohrt tief in den Boden, bricht Verdichtungen und schwere Böden auf. Für die Tiefarbeit auf 15 bis 25 Zentimeter. Braucht mehr Zugkraft, hinterlässt raue Oberfläche — oft noch eine Walze oder Egge nötig.

Doppelherz- und Flügelschar: Mittlere Breite, gute Lockerungswirkung quer und senkrecht. Universeller Einsatz für 8 bis 15 Zentimeter, gut für Mulchsaat-Saatbetten.

In der Praxis hat ein Betrieb oft einen Grubber mit mehreren Scharoptionen. Der Umbau dauert eine Stunde, der Nutzen ist erheblich.


Grubbern und Mulchsaat — wie hängt das zusammen?

Mulchsaat bedeutet: Saat in eine nicht gepflügte, mulchbedeckte Oberfläche. Der Grubber ist das zentrale Werkzeug, um dieses Saatbett vorzubereiten.

Der typische Ablauf:

  1. Stoppelsturz direkt nach Drusch, flach 3 bis 5 cm. Ausfallgetreide und Unkrautsamen aktivieren.
  2. Zweiter Gang nach 2 bis 3 Wochen, wenn der erste Auflauf vergrünt ist. Mitteltief 8 bis 12 cm. Saatbett herrichten, Auflauf einarbeiten.
  3. Drillsaatmaschine mit Scheibenscharen, die durch den Mulch bohren, ohne ihn vollständig einzumischen.

Das System spart Pflugüberfahrt, erhält Bodenstruktur und reduziert Erosionsrisiko. Nachteil: Es funktioniert nur auf ausreichend feinkrümeligen Böden ohne frische Strohreste, die Drillschare verstopfen könnten.

Für Betriebe, die Mulchsaat konsequent einsetzen, ist der Grubber die wichtigste Investition — nicht der Pflug.


Was kostet Grubbern beim Lohnunternehmer konkret?

Zur Orientierung die aktuellen Richtwerte (alle Angaben netto, ohne MwSt., regional und je nach Tiefe abweichend):

Österreich — ÖKL Pauschalrichtwerte:

  • Grubber: rund 56 €/ha
  • Feingrubber: rund 52 €/ha

Deutschland — LMS Mecklenburg-Vorpommern:

  • Schwergrubber: grob 36 bis 52 €/ha (je nach Breite und Tiefe)

Zum Vergleich:

  • Pflügen: grob 68 bis 92 €/ha (LMS MV)

Diese Werte sind Richtwerte und kein verbindliches Angebot. Die tatsächlichen Kosten beim Lohnunternehmer hängen ab von:

  • Arbeitstiefe und Scharausstattung
  • Arbeitsbreite (breit = günstiger je ha)
  • Entfernung und Fahrtkosten
  • Regionalen Marktbedingungen

Ein LU, der breite Maschinen hat und die Schläge gut plant, liegt tendenziell am unteren Ende. Ein Einzelauftrag mit weiter Anfahrt liegt eher oben.


Kurz zusammengefasst

  • Grubbern lockert ohne Wenden: weniger Diesel, weniger Erosion, Mulchauflage bleibt.
  • Tiefe richtig wählen: 3–7 cm Stoppelsturz, 8–15 cm Saatbett, 15–25 cm Pflugersatz.
  • Bester Zeitpunkt: direkt nach Drusch, Restfeuchte nutzen, 2. Gang nach 2–3 Wochen.
  • Dieseinsparung gegenüber Pflug: rund 30 % als Richtwert (Tiefgrubber ~18–19 l/ha vs. Pflug ~30 l/ha).
  • Lohnarbeit Richtwert netto: 36–56 €/ha (DE/AT), Pflügen liegt bei 68–92 €/ha.
  • Eigene Maschine: lohnt als Faustregel erst ab ~200–300 ha Jahresauslastung mit bereits vorhandenem 150-PS-Schlepper.
  • Schneckendruck, Grubbersohle und schwächere Unkrautwirkung sind echte Nachteile — einkalkulieren.

Alle Kostenwerte sind Richtwerte und können regional abweichen. Für die eigene Kalkulation immer aktuelle Angebote einholen und mit den KTBL- bzw. ÖKL-Richtwerten vergleichen.

Wer den direkten Vergleich Stundensatz vs. Hektarsatz für Lohnarbeiten verstehen will, liest weiter im Artikel zum Hektarsatz vs. Stundensatz bei Lohnarbeiten. Für die vollständige Maschinenkostenkalkulation — inklusive Abschreibung, Zins und Reparaturkosten — bietet die KTBL-Methode den strukturiertesten Einstieg.

Häufige Fragen

Was kostet Grubbern beim Lohnunternehmer?
Als Richtwert netto liegen die Lohnarbeit-Kosten für Grubbern grob zwischen 36 und 56 Euro je Hektar, je nach Region, Tiefe und Arbeitsbreite. Der ÖKL nennt für Österreich rund 56 €/ha (Grubber) bzw. 52 €/ha (Feingrubber). Pflügen als Vergleich kostet laut LMS MV grob 68 bis 92 €/ha.
Welche Tiefe beim Stoppelsturz nach der Ernte?
Flach — in der Regel 3 bis 7 Zentimeter. Ziel ist es, Unkrautsamen und Ausfallgetreide zum Keimen zu bringen, nicht den Boden tief zu bearbeiten. Gänsefußschare schneiden ganzflächig und sind für diesen ersten Gang ideal. Zu tief eingestellt verschüttet man die Samen, statt sie anzuregen.
Grubber oder Scheibenegge — wann nimmt man was?
Bei viel Stroh und Rapsstrunk greift die Kurzscheibenegge schneller und verstopft weniger. Der Grubber punktet mit mehr Tiefenwirkung, besserer Krümelung und weniger Verschleppung von Unkrautsamen in die Tiefe. Wer Mulchsaat plant, braucht oft beide Gänge: erst Scheibe, dann Grubber für das Saatbett.
Wie viel Diesel spart Grubbern gegenüber dem Pflug?
Als grober Richtwert verbraucht ein Tiefgrubber rund 18 bis 19 Liter Diesel je Hektar, ein Pflug liegt bei etwa 30 Litern. Das ergibt eine Einsparung von etwa 30 Prozent. Breite Arbeitsgeräte und höhere Flächenleistung verstärken den Vorteil zusätzlich. Richtwert — eigene Messwerte können abweichen.
Ab wie viel Hektar lohnt ein eigener Grubber?
Eine pauschale Grenze gibt es nicht. Als Faustregel gilt: Der eigene Grubber rechnet sich erst bei hoher Jahresauslastung, grob ab 200 bis 300 Hektar und einem gut ausgelasteten Schlepper über 150 PS. Der Schlepper ist der größte Fixkostentreiber — wer ihn ohnehin hat und auslastet, rechnet anders als ein Betrieb, der extra investiert.
Was ist der Unterschied zwischen Grubber und Pflug?
Der Pflug wendet den Boden vollständig um und begräbt Ernterückstände. Der Grubber lockert und mischt ohne Wenden — Mulch bleibt oben, Bodenleben und Struktur werden weniger gestört. Das kostet weniger Diesel, schützt vor Erosion, ist aber schwächer bei der mechanischen Unkrautwirkung.
Was ist Grubbersohle und wie vermeide ich sie?
Arbeitet man immer auf exakt derselben Tiefe, verdichtet die Zinkenspitze eine horizontale Schicht unterhalb der Bearbeitungstiefe — die Grubbersohle. Gegenmittel: gelegentlich tiefer grubbern, die Tiefe variieren oder alle paar Jahre tieflockern. Besonders auf schweren Böden ist das ein reales Problem.

Quellen

  1. ÖKL — Pauschalrichtwerte 2026 (Grubber ~56 €/ha)
  2. LMS Agrardienstleistungen MV — Bodenbearbeitungskosten
  3. LfL Bayern — Bodenbearbeitungsverfahren
  4. BISZ Südzucker — Stoppelbearbeitung (3-F-Prinzip)
  5. top agrar — 14 Tipps zum Grubbern
  6. agrarheute — richtige Stoppelbearbeitung

Eigene Beobachtung: Grubbern kostet als Lohnarbeit je nach Region und Arbeitstiefe grob 36 bis 56 Euro je Hektar (Richtwert netto); das Pflügen liegt mit rund 68 bis 92 Euro je Hektar deutlich darüber. Ein Tiefgrubber verbraucht als Richtwert rund 18 bis 19 Liter Diesel je Hektar, der Pflug liegt bei etwa 30 Litern.

Verwandte Artikel

Hinweis: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Zusammenfassung öffentlich zugänglicher Quellen, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Werte und Faustzahlen sind branchenüblich aggregiert (KTBL · ÖKL · Maschinenring · Landwirtschaftskammer). Vor Abrechnungs-Verhandlungen oder PSM-Doku-Praxis empfehlen wir eine Prüfung durch deinen Steuerberater oder Verbands-Juristen. Stand der hier zitierten Quellen: 30. Juni 2026.